Ein Friedensnobelpreis der Hoffnung mit fadem Beigeschmack

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Feierlichkeiten in Bogotá zur Unterzeichnung des Friedensabkommens     ©Stephan Kroener

Bogotá erwacht und sieht sich mit der Nachricht aus Oslo konfrontiert, dass der Sohn der Stadt und Präsident Kolumbiens den Friedensnobelpreis erhalten soll. Viele hatten darüber in den letzten Wochen spekuliert, doch seit dem „NO“-Votum der Kolumbianer beim Plebiszit zum Friedensabkommen am vergangenen Sonntag, überwog in Kolumbien einen gedrückte, pessimistische Stimmung.

Die Regierung ist verzweifelt damit beschäftigt, eine Lösung für die unklare Situation zu finden. Ein Verfahren der Wahlmanipulation gegen die Kampagne des „NO“-Lagers aufgrund von gezielter Falschinformation wurde bereits eingeleitet. Außerdem wird geprüft, ob die Wiederholung des Plebiszits an der am Wahltag von einem Hurrikan heimgesuchten Atlantikküste rechtlich möglich ist. Auch die Umgehung des politisch bindenden Plebiszits durch eine Entscheidung des Kongresses oder eine verfassungsgebende Versammlung ist im Gespräch.

Friedensmarsch in Stille gibt neue Hoffnung

Am vergangenen Mittwoch versammelten sich zehntausende auf der Plaza de Bolívar, dem zentralen Platz in Bogotá, um schweigend  für den Frieden zu demonstrieren. Am Tag zuvor hatte Präsident Santos verkündet, dass der Waffenstillstand nur noch bis Ende des Monats gehen könnte. Daraufhin hatte die FARC-Führung ihre Truppen „auf sichere Positionen“ zurückgezogen. Eigentlich hätte in diesen Tagen die Entwaffnung der Guerilla beginnen sollen. In weiß gekleidet und mit erhobener Faust brachten die Demonstranten ihren Willen zum Frieden zum Ausdruck und machten vielen Menschen neue Hoffnung, dass der Friedensprozess doch noch zu retten sei.

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Marcha por la Paz en Silencia ©Stephan Kroener

Die Ankündigung des Nobelpreiskomitees kommt deswegen überraschend, doch könnte sie die Menschen weiter für den Frieden mobilisieren und motivieren. Viele Beobachter betrachteten die Terminplanung der Regierung, die Unterzeichnung des Friedensvertrages und das Plebiszit auf nur einige Wochen bis Tage vor die Verkündung aus Oslo zu legen, als eine taktische Entscheidung, die bekannten Avancen Juan Manuel Santos auf den Friedenspreis zu unterstützen.

Präsident Santos hat sicherlich in den Jahren seiner Amtszeit viel für den Friedensprozess getan. Seine Standfestigkeit gegen seinen ehemaligen Ziehvater und Ex-Präsidenten Álvaro Uribe sowie gegen die extreme Rechte im Land ist bewundernswert. Doch muss man die Person Santos und dessen Nominierung auch kritisch betrachten.

Die Falsos Positivos und der Präsident

Als Verteidigungsminister unter Uribe, wurde die menschenverachtende Praxis der so genannten Falsos Positivos bekannt. Tausende arbeitslose Jugendliche und junge Männer wurden mit Versprechungen auf gute Jobs aus marginalisierten Elendsvierteln gelockt, in Guerillamontur gesteckt und kaltblütig vom Militär ermordet. Die Toten wurden der Öffentlichkeit als gefallene Guerilleros präsentiert. Damit konnte die Militärführung ihre Statistiken „aufhübschen“ und die an den Morden beteiligten Soldaten erhielten Geldprämien oder extra Urlaubstage.

Die Aufarbeitung dieser kriminellen Praktiken läuft noch. Als Verteidigungsminister übernahm Santos zwar die institutionelle Verantwortung und tat auch viel dafür diese Praktik zu unterbinden, trotzdem wurden die meisten Fälle während seiner Amtszeit begangen. Die FARC-Guerilla erlitt unter seiner Führung des Ministeriums heftige Verluste, die für viele Beobachter mit ein Grund für die Aufnahme der Friedensgespräche darstellen.

„Der Krieg ist zu Ende“

Santos stammt aus einer der einflussreichsten Familien Kolumbiens, einer Zeitungsdynastie, die seit über hundert Jahren die öffentliche Meinung und Politik des Landes mitbestimmt. Er ist in der Zeit vor seinem Präsidentenamt nie großartig als Menschenrechtsverteidiger oder durch Friedensbemühungen aufgefallen. Trotzdem kann die Verleihung des Nobelpreises am 10. Dezember helfen, die Hoffnungen der Kolumbianer auf Frieden und dem gesamten Friedensprozess wieder zu beleben.

Dass er diesen Preis alleine erhält und nicht, wie es eine weitere Nominierung vorsah, gemeinsam mit Opfervertretern und Timochenko, dem Oberkommandieren der FARC, ist noch überraschender als die eigentliche Ankündigung. Man versteht, dass es für das Nobelpreiskomitee politisch schwierig gewesen wäre, einen als ehemaligen Terroristen international gesuchten Mann wie Timochenko zu nominieren. Wahrscheinlich wäre die Nominierung eines FARC-Mitglieds in der polarisierten kolumbianischen Gesellschaft schwer zu verkaufen gewesen.

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„Der Krieg ist zu Ende“ Iván Márquez ©Stephan Kroener

Es ist erst der zweite kolumbianische Nobelpreis überhaupt. Vor Santos wurde diese Ehre nur dem Schriftsteller Gabriel García Márquez zu teil. Sein selbsternannter Namensvetter Iván Márquez, Verhandlungsteilnehmer der FARC an den Friedensgesprächen, setzte ihm bei der Verkündigung der Annahme des Abkommens durch die Guerilla ein weiteres rhetorisches Denkmal: „Der Krieg ist zu Ende. Sagt Mauricio Babilonia dass er die gelben Schmetterlinge fliegen lassen kann“ und nahm damit Bezug auf eine Figur aus dem Roman Hundert Jahre Einsamkeit des erst vor zwei Jahren verstorbenen Literaturnobelpreisträgers.

Die Opfer des Konflikts

Dass man aber auch die Opfer des Konflikts außen vorlässt, stellt den gesamten Friedensprozess in ein doch zu egomanes Licht. Auch wenn Santos viel für den Friedensprozess getan hat, war nicht er und seine Regierung es allein die das Abkommen vorantrieben. Viele MenschenrechtsverteidigerInnen haben aktiv an dem Friedensprozess teilgenommen oder versucht die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Frieden zu verbessern. Auch die FARC haben ihren Teil dazu beigetragen. Ihr jetziger Friedenswillen mag aus einer militärischen Notwendigkeit oder aus den versprochenen Privilegien des Friedensabkommens heraus entsprungen sein, trotzdem hätte Santos alleine am Verhandlungstisch wenig ausrichten können.

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Angehörige von gewaltsam Verschwundenen ©Stephan Kroener

Viele MenschenrechtsverteidigerInnen haben ihr ganzes Leben der Menschenrechts- und Friedensarbeit gewidmet. Viele haben ihr Leben in diesem pazifistischen Kampf gelassen und viele werden von bewaffneten Akteuren des Konflikts bedroht oder mussten bereits mit ihren Familien ins Exil fliehen. Ein solcher Preis hätte die Situation der kolumbianischen Menschenrechtsszene insgesamt erheblich verbessern können und ihrem Anliegen internationale Aufmerksamkeit verschaffen können.

Vielleicht deswegen verkündete Santos vor wenigen Stunden, dass er den Preis in Vertretung aller Opfer des Konflikts entgegennehmen wird. Lieber wäre mir gewesen, wenn Opfervertreter den Preis in Vertretung der Verhandlungspartner entgegennehmen würden.

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40 Gedanken zu “Ein Friedensnobelpreis der Hoffnung mit fadem Beigeschmack

  1. Das Nobelpreiskommittee schickt eine Nachricht nach Kolumbien: Bitte lässt nicht locker. Der Preis geht an diejenigen, die den Ansatz und die Bemühungen von Santos teilen. Die Uribisten und die Guerilla gehen leer aus. Ob das die Uribisten und die Guerilla für den weiteren Prozess motiviert, wird man sehen.

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  2. Wenn man es genau nimmt, hätte Santos ohne Uribe nie den Nobelpreis gewonnen. Uribe dezimierte die FARC sehr stark und hat Frieden mit den Paras gemacht. Eigentlich hätte Uribe mit benannt worden sein.

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    1. Mir tun nur die Menschenrechtsaktivisten leid.
      So wie der Vertrag gestrickt ist, werden sie in ein paar Jahren verfolgt und verboten.
      Diesen Vertrag hat der Teufel geschrieben.
      Die FARC hat an alles gedacht und auch die ins Visier genommen.

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      1. Sie müssen den Vertrag lesen.

        Dieser Vertrag wird wie ein Sturm über das Land kommen.

        Von Beginn an wird jegliche demokratische Opposition entfernt.

        Nur weil die FARC ein paar Gewehre irgendwo hinlegt, haben die doch dem Terror nicht abgeschworen.

        Santos hat ihnen in Cartagena den Schlüssel zur Macht gegeben.

        Die FARC wird eine staatliche Stasi bekommen, damit Widerstand gegen den „Frieden“ verfolgt und gebrochen werden kann.

        In einem befriedeten Land gibt es keine Menschenrechtsverletzungen mehr, ausser es dient der Denunziation vom Widerstand.

        Die haben doch nicht 4 Jahre in Cartagena verhandelt. Die haben 4 Jahre lang einen Staatsstreich vorbereitet.

        Alle Gesetze, die auf diesem Vertrag aufbauen, liegen in der Schublade.

        Das geht so schnell, bis genug Menschen merken, was da gerade passiert, ist die Diktatur schon installiert.

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  3. Ein paar nötige Anmerkungen zu diesem Artikel:
    1. Der einzig Verantwortliche für die „Falsos positivos“ heisst ÀLVARO URIBE VÉLEZ. Sein Zynismus kennt keine Grenzen.
    2. Man muss Uribe „kritisch“ betrachten können. Ihm stört, dass die Methode mit dem er die Guerrilla gekämpft hat ist gescheitert. Frieden kann nicht durch Krieg und Völkermord erreicht werden wie er das willkürlich und ohne die Zustimmung der Kolumbianer gemacht hat. Es ist eine Schande, dass die Medien ihn noch nicht richtig kennen.

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    1. 1. Wieso?
      War nicht Santos Verteidigungsminister?
      Haben die Generäle und Coronel, die die Aktionen durchgeführt haben, nicht zugegeben, dass sie aus reiner Gier gehandelt haben?

      Die sitzen für Jahrzehnte (!) im Gefängnis und haben immer selber die Verantwortung übernommen. Haben nie Uribe beschuldigt.

      Die waren gierig und sitzen jetzt im Gefängnis.

      Sie scheinen ein Problem mit Fakten zu haben.

      2. Frieden kann man nicht dadurch erreichen, dass man einen Krieg anfängt, wie die FARC es tut.

      Die Kriegsschuld liegt bei der FARC.

      Hätten diese Narcoterroristen nicht immer weiter gemacht, wäre doch Frieden.

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    2. Betty, 1. wieso ist Uribe verantwortlich fuer die „falsos positivos“? Die gab es auch schon vor Uribe. Es gibt bisher keinerlei beweise, dass Uribe ausdrücklich einen solchen Befehl gegeben hat. Wenn es Verbrecher gibt, dann müsse diese bestraft werden. Das wird gemacht und die ganze Sache wird juristisch auf gearbeitet.
      2. Wieso ist die Methode mit der er die Terroristen der FARC bekämpft hat gescheitert? Er hat viele Erfolge erzielt, schau nur die Statistik an, die Stephan veröffentlicht hat. Dort kann man klar sehen, dass es z.B. im Jahr 2002 über 200 Massaker jährlich gab, in 2010 nur noch 14 (was nicht heisst dass ich irgend ein Massaker fuer gut halte). Das gleiche fuer dich ist es kein Erfolg, wenn es 2002 über 3000 Entführungen gab und in 2010 weniger als 300? Fuer dich ist es ebenfalls kein Erfolg, wenn die Gewalttoten von über 30.000 in 2002 auf um die 20.000 im Jahr 2010 zurückgehen? Ebenfalls kein Erfolg fuer dich, wenn es weniger Tote Journalisten und Menschrechtsverteidiger gibt? Ist es fuer dich ein „Erfolg“, wenn Pastrana versucht Friedensgespräche zu führen und nur verarscht wird von der Guerilla, weil sie durch den Drogenhandel so stark geworden sind, dass sie glauben mit Gewalt an die Macht zu kommen? Warum kritisierst du nicht Ecuador und Venezuela, die der Guerilla erlaubt haben sich in ihre Länder zurück zu ziehen, wenn sie Terroranschlaege in Kolumbien verübt haben? Was fuer eine Weltauffassung muss man dazu haben?

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  4. Ein paar Anmerkungen sind notwendig.
    1.Uribe ist der einzig Verantwortliche für die Aufarbeitung dieser kriminellen Praktiken bzw. „Falsos positivos“. Sein Zynismus kennt keine Grenzen.
    2. Der Präsident Santos war der erste, der deutlich von „Frieden“ gesprochen hat. Frieden durch Verhandlungen mit Waffenstillstand. Das störte Uribe ,weil er in zwei Amtzeiten die Bewaffneten durch Krieg und Terrorismus besiegen wollte.

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    1. 1. Ist schlicht falsch, wie oben dargestellt.

      2. Uribé redet von Rechtsstaat. Richtig.

      Das die Menschen Frieden wollen, ist klar.

      Auch Uribé will Frieden. Das Gewaltmonopol liegt aber beim Staat. Das ist Grundlage demokratischer Gemeinschaften.

      Das gilt es zu akzeptieren, wenn man eine Gesellschaft verändern möchte.

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    2. „Bewaffneten durch Krieg und Terrorismus besiegen wollte“ Du hast da wohl ein paar Worte verdreht, Er wollte Terroristen mit Waffengewalt besiegen, das ist richtig. Irgendwelche linke Spinner glauben, dass es sich bei der FARC um irgendwelche Freiheitskämpfer handelt.

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    1. Es ist einfach ein historischer Fakt, dass Uribé mehr Männer zum Niederlegen der Waffen gebracht hat und ihnen sowohl finanzielle Unterstützung als auch Ausbildung und Wiedereingliederung in die Zivilgesellschaft verschafft hat, als Santos es mit diesem Vertrag erreichen wird.

      Die schiere Zahl der befriedeten Kämpfer überwiegt bei Uribé bei weitem.

      Santos wirft die Demokratie weg, um mit so einem kleinen Haufen Unbelehrbarer sich den Friedensnobelpreis zu holen.

      Und die Welt belohnt es.

      Nun kann jeder kurz einmal rufen „Gerechtigkeit!“ und Bomben werfen für den selbsternannten guten Zweck, bis die Parlamente sich beugen.

      Man erklärt sich selbst zur legitimierten Kraft und lehnt den Staat und seine Gesetze solange ab, bis man sich erpresst hat, was man will.

      Und der erste Schritt den diese selbsternannten Volksvertreter in dem neuen Akt tun, sie akzeptieren Volkes Stimme nicht.

      Lehnen die Demokratie immer noch ab.

      Würden sie es ernst meinen, würde die FARC sofort Nachverhandlungen zustimmen.

      Stattdessen bestehen sie auf Rechtsschutz eines Systems, dass sie über 50 Jahre bekämpft haben.

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      1. Mit Ihrer Aussage kann ich mangels Inhalt wenig anfangen.

        Sollten Sie sich auf den missverständlich formulierten Satz oben beziehen, dann darf ich das vielleicht erläutern:

        Was hier zur Debatte steht ist nicht ein Friedensvertrag, wie vom Ja Lager suggeriert, sondern eine Verfassungsänderung.

        Daher hat das Ja Lager auch immer gesagt, der Inhalt wäre nicht entscheidend, es ginge um Frieden.

        Es geht aber nicht um Frieden, sondern um einen Systemwechsel.

        Nach Foucault`s Betrachtungen zur Macht wird nun eine Verschiebung der Ausgestaltung der Macht vollziehen. Weg vom Rechtsstaat hin zur Transformation in den Instituten.

        In einem solchen System wirkt die Macht totalitär.

        Die Unterscheidung in Rechtssubjekt mit Handlungsraum innerhalb des Systems wird aufgehoben und in ein Objekt transformiert, dass der Dichotomie konform nicht-konform unterstellt wird.

        Menschenrechte sind daher nicht mehr existent.

        All das ist in dieser Verfassungsänderung angelegt.

        Die Menschenrechtler werden in naher Zukunft als nicht konform angesehen und staatlich verfolgt.

        Während im jetzigen System Menschenrechtler einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind und Anspruch auf staatlichen Schutz haben.

        Das JA Lager ist aber derart verbittert in ihrem Hass auf Uribé, der es ihnen erst ermöglicht hat nach Jahrzehnten des Terrorismus von allen Seiten auf die Strasse zu gehen, dass sie gar nicht merken, dass sie sich in einer freien Entscheidung all ihrer Rechte entledigen wollen.

        Es geht um eine Verfassungsänderung.

        Deshalb auch immer dieses „Aufbauen“ eines neuen Kolumbiens.

        Wenn es um Frieden gehen würde, könnten die FARC doch einfach aufhören mit ihrem Kampf.

        Es geht ihnen um den Sieg. Die wollen keine Versöhnung. Die wollen die Macht.

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  5. Fakt 1: der Kampagnen-Manager Juan Carlos Vélez des „No“ hat gekündigt. In einem Interview mit „La República“ erklärte er, dass sie die Wähler des „No“ mit falschen Aussagen betrogen haben.

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    1. genau genommen hat er gesagt, er hat genau wie das Lager Ja agiert.

      So wie auf der anderen Seite gelogen wurde, ist es schon erstaunlich, dass im politischen Meinungskampf Übertreibungen, Überspitzungen und Emotionen verboten sein sollen.

      Ich vermute ja Santos hat ihn gekauft. Ansonsten macht so ein Interview wenig Sinn. Auch vom Zeitpunkt her.

      Überlegen Sie doch mal: Warum sollte ein Kampagnen Manager sowas sagen?
      Er behauptet, die Reporter würden es verdrehen.

      Anderer Fakt:

      Kolumbien hat letze Woche eine Öllizenz nach Norwegen vergeben.
      Im Vorstand dieser Firma sitzt eine Frau, die auch im Nobelpreiskomitee sitzt.

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      1. Schön, dass Sie es erkennen, wie die „Reporter die Informationen verdrehen“, zur Veranschaulichung dieser Artikel. Ich glaube wir sind eigen der Meinung, dass Politiker alles kaufen. Jetzt überlegen Sie auch warum die Leute im Gefägnis nie Uribe beschuldigen?

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      2. Weil er nichts gemacht hat?

        In einem Rechtsstaat gilt die Unschuldsvermutung.

        Was wollen sie denn machen?

        Eine Übergangsjustiz einführen und Richter ausschliessen und dem Denunzierten keine Verfahrensrechte einräumen und ihm die Wahl lassen entweder schnell genug zu gestehen oder ins Gefängnis zu wandern?

        Das ist doch Inquisition. Tiefstes Mittelalter.

        Was treibt Sie nur in Ihrem Hass soweit?

        Wollen Sie denn alle zivilisatorischen Errungenschaften über Bord werfen, weil Sie gerne was beweisen würden, was Sie nicht können, aber die politische Überzeugung des anderen nicht mögen?!?

        Die FARC bleibt doch bei Uribe nicht stehen.

        Die holen alle mit unbewiesenen Vorwürfen vor dieses Tribunal.

        Bei Ihnen selber ist es ja einfach. Jeder weiß ja, was sie getan haben. Kann man ja beweisen.

        Die sagen schnell einmal „JA“ und kriegen bisschen Hausarrest und dann beginnen die politischen Säuberungen für das neue Kolumbien.

        Habt ihr alle den Verstand verloren?

        Das kann dann jeden treffen, der ein falsches Wort sagt.

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    2. Betty
      Fact ist, dass die Leute vom SI genauso die Wahrheiten verdreht haben. Santos hat ganz klar gesagt, wenn das NO gewinnt, wird die FARC den Krieg in die Städte tragen. LUEGE
      Santos hat auch gesagt, dass es keine Nachverhandlungen geben kann, wenn das NO gewinnt. LUEGE
      Santos hat auch gesagt, dass er zurücktreten wird, wenn das NO gewinnt. LUEGE

      Man darf nicht mit zweierlei Massen messen.

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      1. Santos lügt immerzu und ständig.

        Der hat sich zum Diener der FARC gemacht.

        Die haben alles genau durchdacht.

        Das ist das diabolistischste, was die Welt je gesehen hat.

        Und die Leute stehen auf der Straße schreien Frieden.

        Der Terror wird staatlich institutionalisiert.

        Deshalb stimmt Santos der Wahrheitskommision ja auch ausdrücklich zu.

        Er wird LÜGEN und alles auf Uribé schieben.

        Damit ist Santos frei und Uribé geht ins Gefängnis.

        Diese Teufel.

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  6. Zum ersten Mal hört man die Stimmen von Opfern und Tätern des Konflikts. Aus den Ergebnissen der Wahlen wurde festgestellt, dass die meisten Opfer die Vereinbarung zustimmten. Sie sahen das alles als eine neue Chance, im Frieden zu leben. Doch die Hoffnung wurde mit bösen Absichten zerstört. Aber das Positive ist, dass Santos das akzeptierte und will jetzt dass die Oposition einen neuen Vorschlag vorlegt. Aber sie haben anscheinend Nix Konkretes.

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    1. „Zum ersten Mal hörte man die Stimmen…?“

      Sie vielleicht.

      Die Menschen in Kolumbien sind das selber. Die wissen das doch.

      Daher sollte die Jugend mal verstehen, dass sie schon lange in Frieden lebt.

      Und das in einer Demokratie, die Dinge Zeit brauchen.

      Die FARC will ja „Frieden“. Warum denn immer dieser Druck?

      Man setzt sich hin und redet über die Vorschläge.

      Und damit das demokratisch abläuft, sollen diese Gespräche ja auch öffentlich geführt werden, wie Uribé das vorschlägt.

      Dann kann jeder sehen und hören, wer wann was gesagt hat und dann brauchen wir nachher nicht darüber zu diskutieren, wer der Lügner ist.

      Ist doch fair?

      Oder wollen Sie keine Demokratie?

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    2. Und noch was Betty.

      Ich habe Verständnis dafür, dass Sie sich vielleicht in einem Umfeld bewegen, in dem das ganz klar ist, das Uribé das mit den falso positivos angeordnet haben muss.

      Mit kleinen Kontrollfragen könnten sie aber über die Sinnhaftigkeit ihrer Überlegungen nachdenken:

      Warum hätte er denn sowas anordnen sollen?

      Die kleinen wollen das Geld und nach oben zeigen wie gut sie arbeiten.

      Warum hätte denn der Präsident denn falso positivos anordnen sollen?

      Was hätte ihm das denn gebracht? Der ist immer eine ganz klare Linie gefahren.

      Der will doch das Leid verringern nicht erhöhen. Keiner kann ihm seinen Job wegnehmen, wenn er die „Quote“ nicht erfüllt.

      Bringt ihm bei seinem Ziel gar nichts, eine solche Aktion.

      Santos hingegen, den man immer zum Jagen tragen musste, der auch verantwortlich war mit seinem Deputy haben ziemlich schnell davon erfahren. Haben Sie ja schon zugegeben.

      Wenn also einer „Quote“ bringen wollte, dann doch Santos, damit ihn Uribé nicht ersetzt.

      Und wer war Santos Deputy? Jaramillo.

      Das ist der ihr Schweinestall.

      Meinen Sie ernsthaft, die beiden wollen für ihre Mist noch gerade stehen?

      Die machen einen Deal mit der FARC.

      Der eine kriegt den Nobelpreis, der andere wird als Chefarchitekt des Friedensprozess gefeiert.

      Die zwei sind doch die Verantwortlichen, dass die Generäle nicht sofort vor das Militärgericht gezerrt wurden. Haben die suspendiert und es der Staatsanwaltschaft schwer gemacht an die Akten zu kommen.

      Die beiden haben heute das Hauptinteresse, dass es eine Wahrheitskomission gibt.

      Da können die beiden nämlich sich mit LÜGEN reinwaschen.

      Die kaufen sich ein paar Generäle und dealen mit denen aus, dass es für sie nicht nur Straffreiheit sondern auch sonst noch eine Zukunft gibt.

      Die beiden werden genug Beweise gegen die Generäle haben, dass sie diese erpressen können, ansonsten Beweise an die Staatsanwaltschaft zu geben, die mit Jahrzehnten Gefängnis enden.

      So kommen sie raus, sind noch Helden und Uribé kann entweder gestehen oder in den Knast.

      Und spätestens nach dem Ärger, der ihnen Uribé mit dem Plebiszit jetzt gemacht hat, haben die ein Motiv ihm einen reinzuwürgen.

      Darum ging es Santos immer. Uribé wird vom Volk geliebt und er nicht.

      Ja weil er auch ein fauler Hund ist, der die Sicherheitslage im Land ständig vor die Hunde gehen lässt.

      Der will nicht arbeiten. Der will Ruhm.

      Uribe ist jeden morgen um 4 Uhr aufgestanden und hat sich die Reports der einzelnen Regionen geben lassen.

      Der wollte eine Gesellschaft aufbauen, bei der alle am Wohlstand teilhaben können.

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  7. ich respektiere die Vorschläge der Oposition. Aber grandiös sind die nicht. Wie jemand auf Twitter schrieb: Diejenigen die die Vereinbarung zustimmten sind Studenten, die anderen, die es nicht zustimmten sind Christen.

    Meine Weltauffassung basiert auf Theorien über Lösung von Konflikten. Mein Fokus sind Opfer und Täter, die normalerweise auch Opfer waren. Die FARC waren Opfer, dann wurden sie Täter weil sie brutal behandelt wurden. Heute haben sie sich entschuldigt und wollen eine Vereinbarung. Die Regierung hat sich nicht entschuldigt. Die Opposition hat sich nicht entschuldigt. Vielleicht wollen sie das auch tun. Es ist sogar nötig. Ich lade Sie ein diesen Brief von Jorge Eliecer Gaitáns Tochter zu lesen. Sie erklärt, wie die Guerrilla FARC entstanden ist und warum sie für Amnestie ist.

    http://www.elespectador.com/noticias/paz/hija-de-jorge-eliecer-gaitan-aboga-amnistia-integral-co-articulo-659413

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    1. @Betty:

      1. Sind die Vorschläge also annehmbar?
      2. Sie sollten schon so fair sein, denn heute Verantwortlichen zu zu hören:
      Timochenko bereut nichts. Ohne Reue ist eine Entschuldigung nicht möglich.
      Und er entschuldigt sich auch ausdrücklich nicht bei den Opfern.

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  8. Betty, „Die FARC waren Opfer“, vielleicht vor 40 Jahren, aber jetzt verstehe ich deine Rechtsauffassung, wenn du einmal Opfer bist, dann hat du das Recht ein ganzes Land zu terrorisieren.
    Du kennst Kolumbien nicht, die Regierung und das Militär haben sich schon bei opfern entschuldigt. Die FARC war bis vor kurzem so Arrogant, dass sie sich nicht entschuldigen wollten.

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  9. Ich versuche hier die Realität kurz darzustellen. In Kolumbien gibt es zwei bewaffneten Gruppen: eine Gruppe bilden die Guerrilla FARC und die andere sind die Paramilitärs. Chef der Guerrilla heisst Rodrigo Londono, und der Gründer der rechtsgerichteten Paramilitärs heisst Uribe. Die FARC will nach 50-Jahren-Krieg die Waffen niederlegen und mit der Regierung Frieden schließen. Aus diesem Grund haben sich in den letzten vier Jahren die Guerrilla und die Regierung in La Habana getroffen, um eine Vereinbarung zu schreiben, was
    symbolisch das Ende des 50-jährigen Krieges bedeutete. Unser Präsident Juan Manuel Santos wollte aber, dass die Kolumbianer diese Vereinbarung zustimmten. Die Leute sollten einfach mit Ja oder Nein antworten. Natürlich waren die meisten Kolumbianer für Frieden, Die meisten, die das gelesen haben, haben das im Allgemeinen positiv betrachtet doch es gab einige Punkte mit denen einige nicht damit einverstanden waren. Mit Recht haben die Vereinbarung nicht zugestimmt. Sie wollten eine Verbesserung von bestimmten Punkten. Wie zum Beispiel Amnestie für FARC-Rebellen. Andere Leute, haben die Vereinbarung nicht gelesen, sie wurden von falsche Propaganda und von falschen Christen überzeugt, dass diese Vereinbarung der Weg zum Castro-Chavismus wäre und dass ihre Kinder homosexuell werden.
    Der Präsident hat akzeptiert, dass die Arbeit von diesen Jahren verloren ging. Am selben Tag hat er die Leute die nicht für das Plebiszit waren zum Gesprächstisch eingeladen, natürlich mit Lösungen. Doch die Wahlen waren ein Schock für die Nein-Gruppe, so dass sie am nächsten Tag nicht auftauchten. Das Traurige an dieser Situation ist, dass viele Bewaffneten so schnell wie möglich die Waffen niederlegen wollten, und sich in der Gesellschaft integrieren. Jetzt kehren sie langsam in den Wald zurück. Wie die Sache weiter geht… weiß niemand zu schätzen. Wir warten auf Vorschläge für eine neue Vereinbarung. Die Vorschläge der Nein-Gruppe. Hast du eine?

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    1. Wo haben Sie das eigentlich her, dass Uribé etwas mit den Paramilitärs zu tun haben soll?

      Ihre Darstellung entspricht nicht in Ansätzen den historischen Fakten.

      Ganz Kolumbien hat doch gesehen, dass Uribé Santos angerufen hat für Gespräche.

      Er hat die ganzen Jahre darum gebeten, dass die parlamentarischen Gruppen ebenso in den Prozess einbezogen werden. Santos hat das immer verweigert.

      Die bewaffneten Guerilleros können doch ihre Waffen abgeben und bekommen Amnestie.

      Das Gesetz existiert doch. Da kriegen sie Geld, Hilfe, Ausbildung.

      Hat Uribé doch vor 10 Jahren ins Leben gerufen. Und über 14´000 FARC und Guerilleros haben davon auch schon Gebrauch gemacht.

      Rein numerisch kann Santos Uribé nie einholen, was die positiven effektiven Friedensbemühungen angeht.

      Und seit wann hat Santos Vorschläge? Hatte der nie. Von Krieg und so einem Blödsinn hat er geredet.

      Das JA Lager hat doch Vorschläge abgegeben.

      https://twishort.com/8ijlc

      Von Gefängnis ist da nicht die Rede. Auf eine Farm an der frischen Luft soll sich Timochenko mal ein wenig betätigen.

      Warum ist nur soviel Hass in Ihrem Herzen?

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      1. Ich meine das NEIn Lager.

        Gerade Studenten haben den Vertrag nicht gelesen.

        Die sind wie im Wahn. Kennen den Konflikt nur aus Büchern. Waren doch gar nicht geboren, als es richtig zur Sache ging.

        Heute völlig wohlstandsverwöhnt irgendwelche Theorien abzugeben und Märsche abzuhalten, ist doch sehr überheblich.

        Möglich ist das alles nur weil ihre Väter sich für ihre Zukunft eingesetzt haben.

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      1. Es macht mich echt traurig.
        Uribe hat soviel für das Land getan.
        Und Santos will ihn jetzt dem Mob zum Fraß vorwerfen.

        Ob Kerzchen in der Hand oder nicht, Mob bleibt Mob.

        Wie irre. Und ständig der Druck.

        Anstatt Timochenko mal zuzuhören: Der sagt ganz klar : „Mit diesem Vertrag ist der Frieden noch nicht erreicht.“

        Der wird immer weiter machen, bis die Freiheit ausgelöscht ist.

        Und wer genau hinhört, weiss auch, dass die FARC eben NICHT alle Waffen abgeben wird.

        Die werden sich Depots halten, falls ihnen dann eben doch was nicht passt.

        Worte sind gerade für die Linke immer so wichtig.

        Die Studenten haben nie Hayek oder ähnliches gelesen.

        Und geschichtsvergessenen sind sie auch.

        Echt traurig.

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  10. Wikipedia ist keine seriöse Quelle. Ich würde persönlich das nicht empfehlen. Genauso muss man sich fragen, welche Tendenz hat WSJ. Es ist wichtig, dass wir unsere Meinung mithilfe von Büchern bilden. Es ist auch wichtig, dass wir Videos von Opfern anschauen, die uns ihre eigene Realität darstellen. Die Massenmedien bilden schnell und effektiv Meinungen. Zum Beispiel heute hat Präsident Santos einen Treffen mit dem ELN (noch eine bewaffnete Gruppe) am 27. Oktober angekündigt. Das ist eine sehr gute Nachricht. Ich denke mit den Paramilitärs wird schwieriger sein. Denn man weiss es nicht, ob sie Freunde der Übergangsjustiz sind. Enjoy it:
    http://www.ardmediathek.de/tv/Tagesschau-de-Audio/Kolumbien-Friedensgespr%C3%A4che-nun-auch-m/tagesschau-de/Audio?bcastId=33521952&documentId=38231356

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