Über diese Website

Über den Blog:

Wie kann man ein Land verstehen, das seit Jahrzehnten von Gewalt geprägt ist und deren Bewohner trotzdem zu den glücklichsten der Welt gehören. Ein Land, dessen Artenreichtum schier unermesslich erscheint und das trotzdem auf den Abbau von nicht erneuerbaren Rohstoffen setzt und damit jeden Tag ein Stück mehr dieses Paradieses zerstört. Ein Land, das noch vor Jahren als „failed state“ und „Narcodemokratie“ verspottet wurde und heute als „rising star“ und „Vorzeigerepublik“ gehandelt wird.

Um es gleich zu sagen, dieses Land ist nicht zu verstehen. Und trotzdem soll dieser Blog eine Hilfe darstellen, sich Kolumbien mit einem anderen Blick zu nähern. Er soll mir selbst – und allen die sich trauen – die Augen für die kolumbianische Realität öffnen, die weder rosarot noch grau vernebelt ist.

Über mich:

Ich bin Historiker für Geschichte Lateinamerikas und promoviere zurzeit über „Medien, Macht und Menschenrechte“ in der kolumbianischen Presse. Seit 2007 komme ich von Kolumbien nicht weg, mehr als die Hälfte der letzten zehn Jahre habe ich in Kolumbien gelebt, geliebt und gearbeitet. Unter anderem war ich Englischlehrer für eine Heavy-Metall-Band in Boyacá, arbeitete für eine ökologisch-soziale Organisation in Tibasosa oder führte deutsche Touristen durch Santander.

Doch meine intensivste Erfahrung machte ich als Freiwilliger für die NGO Peace Brigades International. Zwei Jahre begleitete ich dabei MenschenrechtsverteidigerInnen zu Gerichtsverhandlungen in den Großstädten oder zu Bauernversammlungen in die abgelegensten Regionen des Landes. Dadurch hat sich mein Blick geweitet für die Problematik Kolumbiens, gleichzeitig hat sich mein Interesse aber eben auch auf diese Thematik fokussiert.

Durch meine Forschungsarbeit mit kolumbianischen JournalistInnen und ganz speziell durch die Einladung als unabhängiger Blogger an der letzten Generalkonferenz der FARC teilzunehmen, hat sich dieser Blog stetig entwickelt. Ich freue mich, dass ich nun mit Johanna für Chile und mit Maria für Mexiko zwei Mitstreiterinnen gefunden habe, die mir helfen, meinen Blick erneut zu weiten und nach Süden und Norden auszudehnen.

Auf lateinamerikaverstehen bündeln wir seit kurzem unsere Blogs, um sie so gesammelt einem breiten Publikum bekannt zu machen.

Folge mir auf  Twitter: @El_Stoeppel

Hashtag: #kolumbienverstehen

Über die Kommentare:

Dieser Blog stellt nur meine eigene Sichtweise auf die behandelten Themen dar. Ich versuche zwar so objektiv wie möglich an die Dinge heranzugehen, schreibe aber hier hauptsächlich, um mir eine eigene Meinung zu bilden und die aktuelle Situation in Kolumbien zu verarbeiten. Gerne können Sie diesen Blog auch als Diskussionsplattform nutzen. Ich selbst werde alle Ihre Kommentare lesen und werde versuchen, auf alle ihre Beschwerden und Wünsche im Bezug auf meinen Blog einzugehen. Vielleicht animieren sie mich dadurch ja auch zu einem weiteren Beitrag:)

Aber leider schaffe ich es aus zeitlichen Gründen nicht mehr auf alle Kommentare einzugehen. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, inhaltliche Fragen nicht mehr zu beantworten. Solange die Kommentare nicht die Grenzen des guten Geschmacks sprengen oder beleidigend werden, lasse ich sie gerne unkommentiert stehen. Ich lösche aber nach eigenem Ermessen rassistische, homophobe oder sonst wie gehässige Beiträge.

Nutzen wir hier die Gelegenheit uns auszutauschen ohne uns zu beleidigen. Vielleicht kann das dazu beitragen, dieses Land besser zu verstehen.

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4 Gedanken zu “Über diese Website

  1. Eine interessante Idee. Es wäre auch schön etwas mehr über die Geschichte von Kolumbien zu erfahren in welchem Zustand Kolumbien z.B. im Jahr 2002 war (Ende der letzten „Friedensverhandlungen“). Das ist z.B. wichtig um den Wandel des „failed state“ zu verstehen. Das ist sehr wichtig, da durch die Arbeit des Präsidenten Uribe eine sehr wichtige Wandlung vollzogen hat. Ein Land mit über 3.000 Entführten (mehrheitlich durch die FARC) jährlich, über 30.000 Gewalttote, der Drogenanbau auf fast 200.000 Hektar (hauptsächlich kontrolliert durch die FARC). . Man konnte sich nicht frei auf den Strassen bewegen, da die Guerilla (FARC) „pescas milagros“ machte um Leute zu entführen. Oder die jährlich über tausend Opfer von LandminenDas ist wichtig, da dies auch erklärt, warum viele ältere Kolumbianer mit NO gestimmt haben, da sie diese Erfahrungen einer Terrororganisation noch deutlich vor Augen haben, oder noch auf viele Entführte der FARC warten, die nie zurück nach hause kamen, obwohl Santos zu Anfang der Gesprächen, dass alle Entführten befreit werden müssen, dies aber bei den offiziellen Gesprächen nie wirklich wieder eingefordert hat. Genau so wenig die Information, wo sich die ganzen toten Entführten befinden. Ein weiterer Punkt, der nicht eingehalten wurde von der FARC im Laufe der Gespräche, die zwangsrekrutierten Minderjährigen. Um nur einige Beispiele zu nennen. Die andauernde Arroganz und Überheblichkeit ist ein weiterer Punkt, der vielen älteren Kolumbianern übel aufstosst. Man muss nur die Interviews oder Aussagen von Timochenko (Bild in seinem Twitter mit erhobener Hand wie nach einem Sieg oder das ständige Victory zeichnen) und anderen Führern der Guerilla.

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