Bürgerkrieg in Kolumbien“Es wird noch einmal viele Tote geben“

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Wer es noch nicht gelesen hat. Hier das Interview von Karin Janker über meine Erfahrungen und Einschätzungen der derzeitigen Lage in Kolumbien. Bürgerkrieg in Kolumbien„Es wird noch einmal viele Tote geben“ Die Zeile ist etwas reißerisch geworden, aber so ist das nun mal im Online-Journalismus.

Auf Facebook sah ich mich wegen dieser Überschrift harscher Kritik ausgesetzt. Hier meine Stellungnahme: „Es ist schwierig den Ist-Zustand in diesen Tagen zu beschreiben, da der Friedensvertrag unterzeichnet und damit der Bürgerkrieg als Konflikt zwischen Regierung und FARC eigentlich abgeschlossen ist. Wir befinden uns aber zurzeit in einer Übergangsphase und können noch nicht sagen, wohin es geht. Der Titel Bürgerkrieg bezieht sich eher auf eine historische Tatsache. Die Aussage „es wird noch mal viele Tote geben“ nimmt Bezug auf das Misstrauen der Bevölkerung und der Guerilleros.

Die Zahl der Morde an MenschenrechtsverteidigerInnen, über 50 allein dieses Jahr, zeigt, dass dieses Misstrauen nicht unbegründet ist. Ein weiterer Punkt ist der historische nachweisliche politicidio gegen die Unión Patriotica, es ist leider zu erwarten, dass etwas ähnliches auch der neuzugründenden FARC-Partei passieren könnte. Neoparamilitärische Gruppen haben sowas in die Richtung auch schon angekündigt. Außerdem wissen wir heute noch nicht – oder nicht mehr-, ob es wirklich zu einem stabilen Frieden kommen wird. Deswegen ist die Aussage als Titel berechtigt.“

„Es ist eine Diskussion, ob der Ausruck Bürgerkrieg gerechtfertigt ist, meiner Meinung nach kann man den internen Konflikt in bestimmten Etappen der letzten 50 Jahre durchaus als Bürgerkrieg bezeichnen, will mich da aber auch nicht festlegen und man kann darüber streiten.

Worüber man nicht streiten kann, ist die Herkunft der Guerilla als Bauernarmee, hierzu einfach mal Marquetalia googeln. Die Guerilla auf eine gewaltbereite Gruppe beziehungsweise Terroristen abzustufen, verfehlt die Realität des Landes. Schau dir die Situation in Meta, Guaviare oder im Caquetá an, sprich mit den Leuten, mit der Zivilbevölkerung genauso wie mit den Guerilleros und dir wird schnell klar werden, dass es sich bei den FARC nicht um einfache Kriminelle oder Terroristen handelt.

Das Problem ist der nicht-vorhandene-Staat in diesen und vielen anderen Regionen, deshalb wird man die FARC auch nie militärisch vernichten können. Man muss endlich die sozialen Ursachen dieses Krieges angehen und das ausgehandelte Friedensabkommen hätte ein Ansatz dazu sein können.

Dass die FARC Terrorakte verübt haben, bestreitet dabei niemand, aber dieser Terror ging von beiden Seiten aus, von der Armee wie von der Guerilla, und beide verschonten dabei die Zivilbevölkerung nicht, die in diesem Krieg 80% der Opfer zu betrauern hat. Die FARC haben einen deutlichen Friedenswillen in den Verhandlungen gezeigt, genauso wie auch die Regierung Santos.

Eine andere Frage ist, aus welchem Antrieb heraus beide Seiten dies taten. Es ist nicht richtig, dass die Bevölkerung nur vier Wochen Zeit hatte sich zu informieren, viele Details aus dem Abkommen waren schon bekannt, und Santos hat auch immer wieder betont, dass er die Kolumbianer zu dem Abkommen befragen wird.“

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30 Gedanken zu “Bürgerkrieg in Kolumbien“Es wird noch einmal viele Tote geben“

  1. http://www.eltiempo.com/multimedia/infografias/las-masacres-de-las-farc-en-los-ultimos-20-anos/16682043

    Hier sind die 39 Massaker aufgeführt, die die FARC in den letzten 20 Jahren verübt haben. Mehrere Überfälle auf Städte und Dörfer, Indianer, die nicht das tun wollten, was die FARC Terroristen wollten, z.B. Drogenanbau oder ihr Land nicht verlassen wollten. Bomben in verschiedenen Städten, wo nur Zivilisten ums leben kamen, Ermordung von entführten , wehrlosen Gefangenen. Kindern Bomben geben mit Lügen, dass sie damit zur Polizeistation gehen. Wenn das kein Terrorismus ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Was fuer einen Sinn macht es z.B. in einem „Bürgerkrieg“ die Leute von ihrem Land zu vertreiben oder um zu bringen, wenn sie ihren Anweisungen nicht befolgen? Ist es kein Terrorismus, wenn unzählige Strommasten in die Luft gesprengt werden und dann die Bevölkerung darunter leiden, da ihr Lebensmittel kaputt gehen? Oder welchen Sinn macht es 40 Oeltanklaster zu stoppen und das ganze Oel in den Urwaldboden laufen zu lassen? Das gleiche die unzähligen Anschläge auf die Oelpiplines wo Millionen von Litern Oel einen irreparabel Schaden an der Umwelt angerichtet wurde? Wie kommt die FARC auf über 300.000 Hektar Land in ihrem Eigentum? Ich finde es absolut unverständlich, Terrorakt als „Bürgerkrieg“ darzustellen. Terrorakt sind Aktionen, bei welchen die Bevölkerung in Angst und schrecken versetzt werden (terrorisiert) werden. Was ist das, wenn man sich auf Landstrassen nicht frei bewegen kann, da man immer Angst haben muss entführt zu werden und dann im Urwald angekettet vor sich hin vegetiert? Wenn nicht bezahlt wurde, wurde man umgebracht. Noch heute gibt es viele Entführte der FARC von denen man nichts weiss. Eines der prominentesten Betroffenen ist der aktuelle Bürgermeister von Bucaramanga, seine Tochter wurde 2004 von der FARC entführt, das letzte Lebenszeichen bekam der Bürgermeister vor 4 Jahren. Wahrscheinlich wurde sie umgebracht. Ich finde es schockierend, wenn in Europa oder sonst wo auf der Welt, dann versucht wird, diese Terrorakte zu übersehen und die FARC als irgendeine „Befreiungsarmee“ darzustellen. Eine reale „Befreiungsarmee“ versucht die Leute auf ihre Seite zu bekommen und sie mit positiven Taten zu überzeugen. Das war bei der FARC nie der Fall. Welchen Sinn macht es z.B. in der Nähe von Schulen Landminen zu legen? Ist das Ziel, dass Kinder beim Spielen verstümmelt werden? Selbst während den 4 Jahren der Verhandlungen gab es nie Aktionen durch die die FARC „positiv“ aufgefallen wäre. Gibt es nicht ein Kriegsmotto „Win heards and minds“.

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    1. Niemand stellt die Terrorakte der Guerilla in Frage oder versucht diese zu verharmlosen. Aber in jedem Bürgerkrieg, in jedem Krieg werden Gräultaten begangen. Nehmen wir Syrien, da reden wir ja auch von einem Bürgerkrieg und verharmlosen damit in keinster Weise den Terrorismus des IS. Ich habe mit vielen Guerilleros gesprochen und auch diese Taten angesprochen. Für viele gehören Kriegsverbrechen wie die Entführungen von Zivilisten oder das Verminen ganzer Landstriche zum Krieg dazu. Sie sind aber nicht in diesen Krieg gezogen, weil sie wollten, sondern die Umstände haben sie dazu gezuwungen. Wir müssen auch sehen, dass die FARC nicht der einzige Akteur in diesem Konflikt ist, der Kriegsverbrechen begangen hat. Auch die Armee hat Sprengsätze ausgelegt, allzu oft an Flussufern, viele von diesen wurden weggeschwemmt. Die Praktik Polizeistationen im Zentrum von Dörfern zu Festungen auszubauen und sie somit auch zu einem militärischen Ziel zu machen, ist ebenso kritisch zu betrachten. Für manche ist die Guerilla eine Befreiung von Korruption und Willkür, für andere Terroristen, das ist in einem „Bürgerkrieg“ nur logisch. Hier noch was für die Statistik, der Haupttäter an Massakern waren und sind die PPMM http://www.verdadabierta.com/cifras/3828-estadisticas-masacres

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      1. Danke fuer die Statistik, diese zeigt sehr deutlich die Erfolge der Politik von Uribe, durch welche Kolumbien viel sicherer wurde und die Erfolge mit den Verhandlung und Auflösung der AUC/Paras. Was übrig blieb sind alles nur noch Drogenbanden, welche im Drogengeschäft oft mit der FARC zusammen gearbeitet haben oder zusammen arbeiten. Die Armee hat seit vielen Jahren keine Landminen mehr benutzt. Die FARC bis vor kurzem noch neue gelegt. Kolumbien hat den Vertrag von Ottawa schon lange unterschrieben und eingehalten. Kolumbien hat und hatte keinen Bürgerkrieg.

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      2. Kolman, dass waren Massaker an unschuldigen Zivilisten, die können Sie doch nicht unter „Erfolge der Politik von Uribe“ abbuchen. Ein Teil Kolumbiens hat einen Bürgerkrieg, nur lebt der andere Teil in den durch die seguridad democratica geschützten Städten und kennt den Konflikt in den Regionen nicht.

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      3. Sehr geehrter Herr Kroener,

        Den Satz:

        „Die Praktik Polizeistationen im Zentrum von Dörfern zu Festungen auszubauen und sie somit auch zu einem militärischen Ziel zu machen, ist ebenso kritisch zu betrachten.“

        sollten Sie vielleicht noch mal reflektieren.

        Lg

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  2. http://www.forbes.com/pictures/eedh45fkejd/3-farc-annual-turnove/#3f6eb63fa9ec

    Eine Bauernarmee?

    Man erinnert sich noch gerne an die Journalistin, die den unbedachten Tweet abgesetzt hat: „Wenigstens hat Pablo Escobar Häuser für die Armen gebaut. Die FARC noch nicht mal eine Strasse.“

    Keinen Cent haben die je an irgendjemanden gegeben. Keine Schule gebaut. Nix!

    Und Uribé?

    Hat Aussteigerprograme für die Guerilleros ins Leben gerufen.
    Damit Sie was lernen können. Einen Beruf ergreifen. Eine Zukunftsperspektive haben.

    http://info.arte.tv/de/kolumbien-die-farc-verzeiht-dir-nie

    Nur Europäer kommen auf die Idee, bei diesem Vertrag ginge es um Frieden.

    Timochenko will im Golfclub in Bogotá Champagner trinken und das Volk und seine eigene Truppe verlachen.
    Während er in seinem Privatjet als Friedensnobelpreisträger international hofiert wird.

    Währenddessen geht in den selbstverwalteten Gebieten der Kokaanbau weiter.

    Willkommen in der schönen neuen Narcodemocratia.

    Aber keine Sorge, es wird ja extra eine neue Polizeieinheit laut Vertrag gegründet, um diejenigen zu verfolgen, die gegen den Frieden sind.

    Ob sich die Journalisten auf ihre neue Meinungsfreiheit schon freuen?

    Ich habe selten so einen blauäugigen Text gelesen, wie den Ihren.

    Und bisher noch kein Wort von Ihnen, was denn jetzt genau so toll sein an diesem Vertrag?

    Wie ist denn der wirtschaftliche Aufschwung, den das Land braucht in diesem Vertrag geregelt?

    Mit einer Rhetorik von 1908 wird man das wohl kaum erreichen.

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    1. Ich hatte Sie eigentlich als einen ruhigeren und analytischen Leser eingeschätzt. Schade, mich jetzt wieder mit den gleichen „Argumenten“ der uribistas konfrontiert zu sehen. Ich will Ihnen nur sagen, dass es eben auch noch eine andere Sichtweise auf die Dinge geben kann als die Ihrige. Es gibt nicht das eine Kolumbien, dass unter den FARC leidet und von einem heroischen, die Demokratie und Menschenrechte achtenden Staat geschützt wird. Die FARC kaufen sich ebenso wie der Staat die Unterstützung der Bevölkerung. In den Gegenden in denen die FARC traditionell aktiv ist, hat sie sich zu einem „Robin Hood“ aufgespielt. Ich sage nicht, dass das der Wahrheit entspricht, aber für viele Menschen in diesen Zonen gibt es eben nur die FARC, die einem Staat ähnlich kommt. Die FARC hat oft (leider) die Rolle des nicht-vorhandenen Staates übernommen. Und da die FARC sich nun mal aus Bauern rekrutiert, kann man sie doch auch eine Bauernarmee nennen. Ich konnte die Erfahrung machen einige Tage in einem Guerillacamp zu bleiben und Interviews mit den Guerilleros rasos zu machen. Dadurch habe ich eine andere Sicht auf die Dinge bekommen, und ich sage nochmals, ich meine damit nicht, dass die Guerilleros kleine Engelchen sind. All die Verbrechen, die sie begangen haben, sind mir bekannt und ich verabscheue sie zu tiefst.
      Wenn sich die FARC in eine demokratische Bewegung oder Partei wandelt und damit ihre Waffen abgibt und der Gewalt abschwört, dann begrüße ich das. Es ist mir egal, ob dadurch Timochenko, wie all die anderen Politbonzen, in einem Rolls durch Bogotá fährt. Ist für Sie wirklich Uribe ein besserer Mensch als Timochenko? Ich würde beiden nicht die Hand oder meine Stimme geben. Der Friedensvertrag ist bei weitem nicht perfekt, aber er ist besser als ein perfekter Krieg. Je weniger Tote um so besser, je weniger Geld für einen unsinnigen Krieg desto besser. Da töten sich Bauern untereinander, denn der Soldat wie der Guerillero kommen beide aus der gleichen marginalisierten Schicht. Ein Land im „Frieden“ (in „“denn es wäre ja nur ein Teilfrieden) hätte wenigstens die Möglichkeit zu prosperieren. Aber ich merke schon Sie werden wieder eine andere Sicht als die Ihrige als blauäugig brandmarken. Lesen Sie weiter, vielleicht hilft es:)

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      1. Ich verstehe ja Ihre Sichtweise.

        Frieden ist ja auch richtig. Und was die Truppe denkt und wie die da reingeraten ist, ist mir auch klar.

        Ich glaube die wenigsten Kolumbianer tragen ein Gefühl der Rachsucht in sich. Die sind sich genug Absurditäten gewöhnt.

        Es geht um die Vertagsinhalte, die sie ausser Acht lassen.

        Normalerweise sagt man doch, bei einem Kompromiss müssen beide Seiten auf Dinge verzichten.

        Stellen Sie doch mal dar, auf was die FARC verzichtet hat. Welches Zugeständnis wurde denn gemacht von denen?

        Die haben immer den Frieden angeboten? Und sonst?

        Die Strafbefreiung scheint mir das geringste Problem zu sein.

        Ihr legt die Waffen nieder und wir vergessen die Sache. Kriegt die Wiedereingliederungsmassnahmen wie die anderen auch.

        Brauch ich keine 297 Seiten der teuersten Rechtsanwaltskanzleien der Welt für.

        Da kriegen man auch 90 % Ja Stimmen.

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      2. „In den Gegenden in denen die FARC traditionell aktiv ist, hat sie sich zu einem „Robin Hood“ aufgespielt.“ Wo sind diese Gebiete in Kolumbien? Was sind die „positiven“ Aktionen der FARC? Schützen von Kokafeldern? In Hulia und Tolima gewann das NO, dort sind die FARC entstanden. Sie haben Entwicklungen verhindert. Der Ort indem Timochenko geboren und aufgewachsen ist hat mit über 65% mit NO gestimmt.
        „Interviews mit den Guerilleros rasos“ Klar, das waren ausgesuchte Guerilleros, altverdiente Terroristen, warum waren keine Minderjährige dabei? Es gibt ca. 30% Minderjährige.

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  3. Hier nochmals eine kleine Zusammenfassung der Taten der FARC von der Staatsanwaltschaft:

    La Unidad de Contexto de la Fiscalía tiene documentados 56.516 crímenes de las FARC, de los cuales 9.501 son secuestros; 17.345 son desplazamientos forzados; 5.895 son desapariciones; 11.421 son reclutamientos de menores; 11.895 son métodos ilícitos de la guerra; y 459, delitos de género. Estos delitos se les imputarán a todo el secretariado y el estado mayor. Pero otros guerrilleros también pueden resultar siendo parte de los máximos responsables, como por ejemplo, el Paisa, comandante de la Teófilo Forero, a quien se le atribuye la bomba de El Nogal. En cambio hay algunos jefes de las FARC que a pesar de su figuración pública no tienen ningún expediente criminal, como Jesús Santrich.

    56.516 Straftaten, davon sind 9.501 Entführungen, 17.345 gewaltsame Vertreibung, 5.895 Verschwinden von Personen, 11.421 Rekrutierung von Minderjährigen, 11.895 Unregelmäßige Methoden im Krieg (Zylinderbomben die unkontrolliert fliegen und unheimliche Zerstörung anrichten wie z.B. in Bojaya oder anderen Überfällen auf die Zivilbevölkerung. 459 Gender-Verbrechen.

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    1. Sie stellen Herr Kroener die falschen Fragen.

      Der ist mit dem Friedensvirus dagegen immunisiert.

      Den Vertrag möchte er aber nicht analysieren.

      Warum soll die FARC resp. die politische Nachfolgeorganisation über 10 Jahre ca. 2% des BIP bekommen?

      Die haben Abermillionen Narcodollars, die die doch schon lange an die Armen hätten verteilen können.

      Nichts haben die jemals getan, um die soziale Situation zu verbessern. Keine Schule gebaut. Kein Hilfswerk. Nichts.

      Und wollen sich nun als Schutzmacht in autonomen Gebieten installieren?

      Mit welcher modernen Staatstheorie ist das denn vereinbar?

      Wo liegt den deren Wirtschaftskompetenz in der krisenhaften Zeit?

      Gewalt als legitimes Mittel im demokratischen Diskurs?

      Na da wird die ELN sich aber freuen. Man stelle sich vor die wollen noch mehr Sitze im Parlament.
      Wieviel Bomben kostet das?

      Und was ist mit den Commandantes, die jetzt schon ausgeschert sind?

      Da die FARC ja erstmal nur beratende Stimme hat, verleihen die in Zukunft dann den Reden im Parlament terrortechnisch Nachdruck?

      Die wollen im Rolls Royce durch Bogotá zum Parlament fahren. Die MEnschen in diesem Land sind denen total egal.

      Sie würden ja nachbehandeln, wenn sie die Demokratie achten würden.

      Sie spucken aber auf das Volk. Sie wollen die Macht.

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      1. Nun ja, besser mit dem Friedensvirus immunisiert, als mit dem Kriegsgeschwür infiziert. Ich habe doch auch nie behauptet in meinem Blog den Friedensvertrag in all seinen Einzelheiten zu besprechen und ich habe ja auch schon zugegen, dass ich ihn nicht gelesen habe. Mein Blog dreht sich eher um die Stimmung im Land und meine Erfahrungen. Gerne würde ich Ihnen auch eine andere Sichtweise auf die Dinge zeigen, etwas abseits von dem einfachen Mediendiskurs des Guerillero als Terroristen (ojo, ich sage nicht, dass die FARC keine Terrorakte begangen hat). Ich will die FARC lieber als politische Partei sehen, denn als Guerillaorganisation. Kein Krieg kann besser als ein Frieden sein.

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      2. Sie haben den Vertrag nicht gelesen?!?

        Wie verfolgen Sie denn dann die Diskussion? Wie wollen Sie denn die Stimmung verstehen?

        Frieden um jeden Preis?!?

        So gesehen haben Sie recht, wenn ein Staat komplett kapituliert vor 5000 Leuten ist auch Frieden.

        Füllen zwar kein Fussballstadion, dürfen dem Staatsoberhaupt aber die Konditionen diktieren, zu denen sie sich vielleicht artig benehmen wollen.

        Sie müssen doch den Vertrag lesen. Wie wollen Sie denn sonst entschieden, ob man Ja oder Nein stimmen soll?

        Die Frage der Abstimmung bezog sich nicht auf den Frieden, wie das Ja Lager den Leuten einreden will, sondern auf den Vertrag. Das Recht auf Frieden steht schon in der Verfassung.

        Die Menschen müssen in Zukunft nicht mit dem Frieden leben, sondern mit diesem Vertrag.

        Wer sagt denn das unter diesem Vertrag die Zustände nicht so schlimm werden für die Menschen in diesem Land, dass es wieder knallt?

        Aber diesmal richtig. Bruder gegen Bruder.

        Das muss man sich doch vorher überlegen.

        Ich bin fassungslos.

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  4. Max Mustermann, danke, meine Argumentation ging eher in die Richtung, dass es keinen Bürgerkrieg/Bauernarmee in Kolumbien gab und um klarzustellen, dass die FARC eine Terrororganisation war und jetzt unter dem Deckmäntelchen „Wir waren immer die Guten“ fuer alle ihre Taten Straffreiheit wollen.
    Die FARC hat im Gegenteil, positive Entwicklungen in der Infrastruktur mit Morddrohungen verboten. Z.B. das Städtchen Solano (Caqueta) sollte vor 3 Jahren ans nationale Stromnetz angeschlossen werden, aber dies wurde wegen Morddrohungen verhindert. Somit mussten die Bevölkerung weiterhin auf Strom verzichten und weiterhin mit teuren Dieselgeneratoren arbeiten.

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    1. Mir ist das schon klar, was Sie wollen, aber Sie haben das Gegenargument ja gehört:

      „Dass die FARC Terrorakte verübt haben, bestreitet dabei niemand, aber dieser Terror ging von beiden Seiten aus, von der Armee wie von der Guerilla, und beide verschonten dabei die Zivilbevölkerung nicht, die in diesem Krieg 80% der Opfer zu betrauern hat. “

      Dass der politicidio auf einen Dealbreak der FARC zurückzuführen ist, fällt gerne unter den Tisch.

      Das Echo war schon krass. Ohne Frage. Aber die Paras scheuten sich halt auch nicht im Gegensatz zur FARC sich mal die Hände schmutzig zu machen.

      Die FARC hat Krieg gerufen und sie hat ihn bekommen.

      Und ein kaum vorhandener Staat kann dann auch wenig tun.

      Und dann kommt Uribé und schafft zum ersten Mal sowas wie Ordnung in dem ganzen Chaos.

      Und alle Marxisten weltweit hassen ihn dafür, dass er den Boden bereitet hat, dass aus Kolumbien was werden kann.

      Und Santos ist eine Woche im Amt und fliegt zu Chavez. Noch eine Woche darauf nennt er ihn seinen besten Freund.

      Und 6 Jahre später als er den FARC in einer unglaublichen Perversion den Staat zu Füßen legt, ist er gezwungen zum allerersten Mal mit der demokratischen Opposition zu reden.

      Und nun ist Santos Ego gekränkt.

      Der zieht natürlich sofort los, kauft sich den Kampagnenleiter von der CD und lässt ihn öffentlich lügen.

      Der, auch in seinem Ego gekränkt, weil er nie wirklich einbezogen war, verkauft Santos die Spenderliste der CD.

      Und hintenrum zwingt der die Verfassungsrichter einen 2. Wahlgang anzusetzen.

      Nun ist klar. Kein Mensch wird noch einen Cent geben in der politischen Verfolgungsstimmung, die in diesem Land herrscht.

      Und die dummen Studenten schreien: „Frieden, gib uns Frieden!“

      Der Finger im Roggen ist nichts dagegen, bei solchen Lemmingen.

      Zerstören gerade ihre Zukunft.

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      1. „Das Echo war schon krass“ überlegen Sie noch mal, was Sie da sagen, und uribe hat für Sie in den Städten vielleicht Ordnung gebracht, aber zu welchem Preis, Massaker der Paras, Falsos Positivos,etc.

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      2. Santos hat die Prämien doch ausbezahlt gehabt.

        Und die Generäle und Coronels sitzen für 20 und mehr Jahre im Gefängnis, die das zu verantworten haben.

        Es musste doch erstmal wieder sowas wie ein Rechtsstaat installiert werden. Der arbeitet das doch auch ab so gut es geht.

        Die Gemeinschaft braucht doch eine Grundlage.

        Wenn kein Staat da ist, passiert sowas. Furchtbar.

        Und Uribé hat die Paras doch weggekriegt.

        Die FARC hätte schon seit 10 Jahren zu den gleichen Bedingungen wie die Paras die Waffen abgeben können.

        Das wollen die aber nicht.

        Halten Sie die denn für was besseres? Wäre doch fair.

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    2. Dass mit dem Bürgerkrieg und Bauernarmee habe ich ja nun schon erklärt. Und die FARC ist eben nicht „nur“ eine Terrororganisation, für viele Menschen, nicht für alle, in den betreffenden Gebieten war sie eben mehr als das.

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  5. Der allergrößte Witz war auf einer einmaligen Entschädigungszahlung von $250.000 für 8 Millionen Opfer zu bestehen.

    Wie großzügig. Da sieht man ja die Sehnsucht der FARC nach Frieden.

    Es ist so lächerlich. Und Studenten lassen sich vor den Karren Spannen, damit die Führung endlich mit hunderten von Millionen auf dem Konto ihr Geld vor den Augen der Armen in Kolumbien legal genießen kann.

    Ich frage mich wie geschmackvoll Timochenko seine 30 Zimmer Villa dann einrichten wird.

    Es ist so lächerlich. Studenten sollten an den sozialen Problemen in einem Land interessiert sein und sich von den Narcos nicht verarschen lassen.

    „Oh ich habe eine Taube gesehen und dann ein Kerlchen angezündet! Hoffentlich schafft Timochenko es in den Club der Milliardäre. Es war so schön. So bewegend.“

    Die Kinder der Führung der FARC geht hier in Europa schon lange an die teuersten Schulen, während ihre Papas heldenhaft in Venezuela sitzen und der kämpfenden Truppe in Kolumbien Befehle twirttert.

    Was für Entbehrungen muss der Revolutionär von heute nicht auf sich nehmen.

    Man kommt aus dem Lachen nicht raus.

    Alles nur für das Volk.

    Na wenn das Volk wichtig ist, wären doch Nachverhandlungen angesagt.

    Nö, nö, die Marionette Santos lässt einen 2. Wahlgang machen.

    Timochenko hat sich zum Anfang der Verhandlungen noch gebrüstet: „Wir geben ihm nichts. Er wird uns alles geben“

    Und der eitle Pfau tut es.

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    1. Ich habe diese Zahl von 250.000 nicht gelesen, die der 8Mio Opfer bezieht sich aber auf den Gesamtkonflikt, sprich auf alle Akteure.
      Diese Studenten, die Sie da ansprechen, sind die, die für einen zukünftigen Konflikt zahlen müssten und zwar nicht nur finanziell. Ich gehe davon aus, dass Sie und auch Ihr „Kollege“ Kolmann, ein, um im Kontext zu bleiben, älteres Semester sind. Für Sie spielt sich dieser Konflikt höchstwahrscheinlich weit weg ab und Sie müssen keine Angst mehr haben eingezogen zu werden. Und ich verstehe durchaus, dass Sie den Konfikt sicher bereits kennengelernt haben und Ihre Erfahrungen Ihnen diese harte Haltung gegenüber eines Friedensschlusses eingeimpft. Trotzdem ist der Frieden die einzige Möglichkeit diesen Krieg zu beenden.

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      1. Wir haben 2016.

        Da schickt man Drohnen.

        Wir opfern doch keine Leute für die.

        Militärisch ist trotzdem keine „Endlösung“ möglich.

        Möglich ist es aber einen Vertrag zu schliessen, unter dem nicht auch noch die ungeborenen Kinder zu leiden haben werden.

        Das sind wir den nachkommenden Generationen doch schuldig.

        Will Timochenko nun Teil der parlamentarischen Demokratie werden oder will er nur unantastbare Macht?

        Dann wäre es gut als ersten Akt als Politiker die Vretragskapitel nochmal aufzumachen und den Wählerwillen zu respektieren.

        Was macht der eigentlich, wenn ihm mal eine andere Entscheidung an der Wahlurne nicht gefällt? Rennt er dann gleich wieder in sichere Stellungen?

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      2. Und wenn Sie schreiben „Frieden“ ist die einzige Möglichkeit und oben „Neoparamilitärische Gruppen haben sowas in die Richtung auch schon angekündigt.“, dann bin ich doch sehr verwundert.

        Wie ist den Ihre Meinung als Friedensexperte, wenn die Paras wieder aufstehen und ihre Waffen erst weglegen, wenn die FARC raus aus dem Parlament ist und der Vertrag aufgehoben?

        Wie lange muss dann Krieg sein, bis Sie Frieden als einzige Möglichkeit sehen?

        Oder stellen Sie sich dann auf den Standpunkt, die FARC ist Teil des Staates und muss mit allen Mitteln gegen einen solchen Terrorismus geschützt werden?

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      3. Und so fühlte ich mich noch nicht. Aber ich hatte die stille Hoffnung, dass auch heutige Studenten in ihrem ureigensten Interesse einsehen können, dass wir auf die Art keinen Staat aufbauen können.

        Wenn man derart einknickt, gilt das Recht des Stärkeren.

        Denn genau dieses Prinzip hat doch erst zu den Ungleichheiten geführt, die sich in Kolumbien vor aller Augen abspielen.

        Gewalt kann kein Teil der demokratischen Auseinandersetzung sein.

        Wir brauchen einen Rechtsstaat.

        Und wenn ein Staat wie Kolumbien überhaupt erstmal entstehen soll, muss man doch methodisch Schritt für Schritt vorgehen.

        Erst die Paras weg.
        Dann die FARC weg.
        Dann die Bacrim weg.
        Dann die Korruption in den eigenen Reihen bekämpfen.
        Und gleichzeitig die normale Kriminalität bekämpfen.
        Und immer das Recht als Schild vor sich her tragen.

        Natürlich gleichzeitig auf Bildung setzen und versuchen Chancengleichheit irgendwie zu etablieren.

        Sonst ist das Land für die Jugend verloren.

        Sonst bleibt es auf ewig in den Händen der Eliten, welche mit schmutzigen Methoden ihr Geld und ihre Macht sichern.

        Das ist verdammt harte Arbeit.

        Da braucht man Ausdauer für und knickt nicht ein, wenn irgendein dehrgelaufener Dorftrottel wüste Drohungen ausspricht und sich damit rechtfertigt, er hätte halt das falsche Buch gelesen und da würde er jetzt aber dran glauben.

        Empirisch bewiesen ist, dass sein Buch nirgendwo geklappt hat.

        Ausser in Nordkorea. Da herrscht Frieden. Aber zu welchem Preis?

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  6. Und der Bruder von Santos verdient sich dumm und dämlich, weil er die Fassade für die Truppe stellt.

    Und die Journalisten? Sind ja nicht blöd und wollen ihren Kopf behalten und tun so, als wäre die Lage jetzt aber sehr unübersichtlich.

    Die Narcos kaufen sich gerade ein Land. Aber komplett. Und installieren dann Diktatur, damit man sie auch nicht mehr wegwählen kann.

    Da war der Deal mit Don Pablo ein viel besseres Angebot: der wollte nur Amnestie und hätte dafür die kompletten Staatsschulden übernommen.

    Und der war auch noch beliebt bei den Menschen!

    Und das Volk? Lässt sich von Santos erpressen. „Sie werden den Terror in die Städte tragen!“

    Ja ist er jetzt Pressesprecher der FARC?!?

    Er ist der Präsident und für die Sicherheit des Volkes zuständig.

    Der hätte schon komplett alles dicht machen müssen, so dass selbst den Sicarios Angst und Bange wird.

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  7. kroenerstephan 7. Oktober 2016 um 2:47
    „Das Echo war schon krass“ überlegen Sie noch mal, was Sie da sagen, und uribe hat für Sie in den Städten vielleicht Ordnung gebracht, aber zu welchem Preis, Massaker der Paras, Falsos Positivos,etc.

    Die meisten Zahlen sprechen klar fuer Uribe und seine Politik. Entführungen gingen zurück, Gewalttote auch, Kolumbien wurde als Staat respektiert und nicht mehr als „failed“ angesehen. Ohne Uribe hätte es keine Friedensverhandlungen gegeben, da es sonst wie unter Pastrana gelaufen wäre. Sie hätten weiterhin versucht mit Waffengewalt an die Macht zu kommen. Klar unter Uribe sind auch viele Fehler passiert, aber es gab über alles gesehen mehr positive Entwicklungen. Unter Uribe wurden die Paras am stärksten bekämpft. Unter keinem vorherigen Präsidenten in Kolumbien gab es so viele festnahmen oder „bajas“ von Paras. Sie wurden in einem Friedensprozess entwaffnet und ins Zivilleben zurückgeführt. Fuer die Mehrheit der Kolumbien hat sich die Sicherheit und die Gesamtentwicklung verbessert. Am Ende von Uribe’s Amtszeit gab es z.B. viel weniger getötete Menschenrechtsverteidiger als aktuell unter Santos. Die Masaker sind dank Uribe und seiner Politik stark zurück gegangen, wie man schön aus ihrer Statistik ablesen kann. Sie verzeihen doch auch alle Gräueltaten der FARC, wieso dann nicht mit dem gleich Maas messen?

    Und noch einmal: NIEMAND SPRICHT IN KOLUMBIEN VON EINEM BUERGERKRIEG. Bürgerkrieg auf spanisch heisst „Guerra civil“ in Kolumbien spricht man von einem „conflicto armado“ einem bewaffneten Konflikt. Kann man sehr schön in Wikipedia nachlesen was der Unterschied ist.

    El conflicto armado interno en Colombia es una guerra asimétrica de baja intensidad que se desarrolla en Colombia desde la década de 1960 hasta la actualidad

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