„Mexiko verstehen“ ist online mit Drogen, Krieg und einem Hauch Exotik

Vielleicht ist dieser umgekehrte Weg genau der richtige, um diesen Kontinent aus einer anderen Sichtweise heraus beschreiben zu können. Genau wie Mexiko sah und sieht sich Kolumbien einer oft eindimensionalen Mainstream-Berichterstattung gegenüber (die leider auch allzu oft von den hiesigen nationalen Medien weiterverbreitet wird). Seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Regierung und Guerilla scheint das Thema Kolumbien erneut aus der deutschsprachigen Presse zu verschwinden, und dass, obwohl gerade jetzt die internationale Öffentlichkeit gebraucht wird, um kritisch den Übergang des Landes in einen Postkonflikt begleiten zu können.

Mexiko verstehen

Ein praxisorientiertes Forschungsprojekt zur Auslandsberichterstattung am Beispiel Mexiko

„Only bad news are good news“

Nachrichten verkaufen sich umso besser, desto schrecklicher sie sind. Dieser alte Journalistenspruch ist leider ebenso zynisch wie wahr. Insbesondere in der Auslandsberichterstattung ist die allgemeine Tendenz wahrnehmbar, dass es vor allem Kriege, Krisen und Terror sind, die es in die deutschsprachigen Tageszeitungen und Fernsehnachrichten schaffen. Dies ist besonders ausgeprägt bei der sehr selektiven Auslandsberichtserstattung.

Fragmentiertes Weltbild_Die Auslandsberichterstattung in den deutschen Medien_CollageMariaBirkmeir_sw

Der österreichische Medienwissenschaftler Kurt Luger ging schon in den 90er Jahren davon aus, dass das Bild der damals noch sogenannten „Dritten Welt“ in den westlichen Medien „aus einer Mischung von viel Krieg und Katastrophen, etwas Mitleid, einem Schuss Exotik und wenig Hintergrundinformationen“ besteht. Eine Einschätzung, die offenbar noch immer, oder heute sogar noch stärker zutrifft als früher. Petra Sorges Artikel mit dem sprechenden Titel „Afrikaberichterstattung: Ein bisschen Bumm, irgendwas mit Terror“ (Cicero, 2014) sei hier nur als ein Beispiel genannt.

Im Folgenden…

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2 Gedanken zu “„Mexiko verstehen“ ist online mit Drogen, Krieg und einem Hauch Exotik

  1. Als freie Journalistin habe ich Deinen Artikel mit großem Interesse gelesen. Vieles entspricht (leider) der Wahrheit, anderes lässt sich im Redaktions-Alltag schwer von einem einfachen Redakteur beeinflussen. Auf jedenfall spannend Deine Beobachtung zu lesen, denen, wie man sieht, eine ziemlich ausführliche und gute Recherche vorausgeht. LG!

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    1. Hallo Clara, ich habe auch gerade in ein paar deiner Artikel reingelesen, du schreibst sehr flott und scheinend mit viel Spaß, das gefällt mir:) liest sich auch sehr gut. Der Mexiko-Artikel ist ein reblogg von meiner Kollegin Maria. Wir sind ein Blogger-„Kollektiv“ und schreiben gemeinsam auf lateinamerikaverstehen.wordpress.com Bisher haben wir drei Länderschwerpunkte: Chile, Kolumbien und Mexiko. Brasilien wird wohl bald anlaufen und Bolivien, Ecuador und Argentinien stehen in den Startlöchern. Auf längere Sicht wollen wir ganz Lateinamerika abdecken, das heißt qualitativ über die einzelnen Länder berichten und so eine Blogger-Plattform schaffen, ähnlich wie die Huffington Post, nur auf die Nische Lateinamerika beschränkt und natürlich hochwertiger:)
      Hättest du Interesse uns dabei zu helfen und für Peru eine Peruverstehen-Seite aufzubauen? Du müsstest den Blog auch nicht alleine „füttern“, es kommen sicher noch ein paar weitere Schreiberlinge hinzu:) Wir sind bei der Frequenz und Themensetzung völlig frei, wir wollen allerdings keinen reinen Reiseblog. Durch das Netz an Blogs, das wir spannen wollen, werden wir hoffentlich unsere Reichweite erhöhen und möglichst viele Leser ansprechen und damit Interesse für die Problematik Lateinamerikas wecken. Bisher haben wir keine kommerziellen Absichten, man könnte aber später einmal Werbung schalten und dadurch den einzelnen Autoren auch eine finanzielle Anerkennung für ihre Texte auszahlen.
      Hier die links zu den bisherigen Länderblogs:
      https://kolumbienverstehen.wordpress.com/
      https://mexikoverstehen.wordpress.com/startseite/
      https://chileverstehen.wordpress.com/
      Ich hoffe, du bist dabei, oder kennst vielleicht jemanden, der Bock hätte.
      Viele Grüße aus Bogotá. Stephan

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